📢 Pressemitteilung

KI-Omnibus gefährdet Verbraucherschutz

11. April 2026·Quelle: Netzpolitik.org KI

Nach Informationen von Netzpolitik.org warnt ein Bündnis aus 32 Organisationen – darunter Verbraucherschützer, Ärzte und Wissenschaftler – vor geplanten Änderungen der europäischen KI-Verordnung. Im laufenden Trilog-Verfahren könnte das EU-Parlament bestimmte Sektoren wie Medizintechnik, Spielzeug und Funkgeräte aus dem direkten Anwendungsbereich der KI-Regeln ausklammern, um Herstellern doppelte Compliance-Anforderungen zu ersparen.

Die kritisierten Ausnahmen würden eine erhebliche Regulierungslücke schaffen: Während sektorspezifische Regeln bestehende Sicherheitsstandards abdecken, adressiert die KI-Verordnung spezifische KI-Risiken wie Diskriminierung und Intransparenz. Bei Medizingeräten mit KI-Funktionen könnte Patienten künftig nicht mehr nachvollziehbar sein, wie automatisierte Systeme an Diagnosen beteiligt sind.

Unsere Einordnung

Dies ist ein entscheidender Moment für die europäische KI-Governance: Ein breites, glaubwürdiges Bündnis signalisiert, dass die Suche nach regulatorischen Kompromissen nicht auf Kosten kritischer Schutzmechanismen gehen darf – besonders in sicherheitskritischen Domänen wie Medizin. Für Tech-Entwickler bedeutet das: Echte KI-Safety ist kein reiner Compliance-Burden, sondern Grundlage für Vertrauen und Marktzugang.

Schlüsselfakten

  • 32 Organisationen warnen vor verwässerter KI-Regulierung im laufenden Trilog-Verfahren
  • Medizintechnik, Spielzeug und Funkgeräte könnten aus KI-Verordnung ausgenommen werden
  • Befürchtung einer Regulierungslücke bei KI-spezifischen Risiken wie Diskriminierung und Intransparenz
  • Transparenzanforderungen für KI in Medizingeräten könnten entfallen