📢 Pressemitteilung

KI-Unternehmen als Mythos-Schmieden

14. April 2026·Quelle: Netzpolitik.org KI

Nach Informationen von netzpolitik.org kritisiert Bianca Kastl in einer Kolumne, dass KI-Unternehmen wie Anthropic systematisch Mythen um ihre Produkte konstruieren, um sich der Verantwortung für selbstgeschaffene Probleme zu entziehen. Sie zieht dabei die historische Parallele zu Mark Twains literarischer Erzählung "Das ruhmreiche Zaunweißen": Wie der clevere Tom Sawyer andere dazu bringt, freiwillig seine Arbeit zu übernehmen, nutzen moderne KI-Konzerne ähnliche psychologische Mechanismen – Menschen leisten unbezahlte Arbeit (Datenlieferung, Training) unter dem Eindruck, an etwas Revolutionärem teilzuhaben. Kastl argumentiert, dass sich dieser Prozess seit Web 2.0 (2007) im Grunde nicht geändert hat, nur die Verpackung ist neu.

Für die KI-Industrie ist diese Kritik fundamental: Sie hinterfragt das Narrativ der "autonomen Intelligenz" und offenbart stattdessen die menschliche Ausbeutung dahinter – ein zentraler blinder Fleck der KI-Euphorie. Dies ist hochrelevant für jeden, der KI-Versprechen kritisch bewerten möchte.

Unsere Einordnung

Kastls Analyse trifft einen wunden Punkt der KI-Branche: Hinter allen Versprechen von Autonomie und Effizienz steckt oft die klassische Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft – nur mit besserer PR. Das ist keine marginale Kritik, sondern eine Systemfrage, die jede KI-Evaluierung berücksichtigen muss. Wer KI-Hype konsumiert, sollte sich fragen, wer tatsächlich die Arbeit macht.

Schlüsselfakten

  • Kastl vergleicht KI-Unternehmen mit Tom Sawyers Manipulationstaktik aus 1876
  • Menschen arbeiten freiwillig und oft unbezahlt für KI-Systeme, um sich an Innovation beteiligt zu fühlen
  • Das Muster existiert seit Web 2.0 (2007), wird aber neu als 'KI-Revolution' verpackt
  • Anthropic-Streit mit US-Verteidigungsministerium dient als aktueller Beispielfall