Vom Gestolpere zum Speedrun
Beim ersten Pekinger Halbmarathon 2025 schafften es viele Roboter nur wenige Meter über die Startlinie, andere krachten in die Banden. Ein Mensch gewann. Ein Jahr später: alles anders.
In 50 Minuten und 26 Sekunden rannte ein roter Humanoid namens "Blitz" des chinesischen Smartphone-Herstellers Honor ins Ziel. Damit war er schneller als die meisten menschlichen Freizeitläufer. Rund 40 Prozent der Roboter navigierten laut Veranstalter autonom durch den Parcours.
Der deutsche Auftritt: TUM mit Tien Kung Ultra 2
Vier ausländische Teams gingen an den Start – darunter eine Forschergruppe der Technischen Universität München. Sie steuerten einen chinesischen Humanoiden namens "Tien Kung Ultra 2" (Vorjahressieger-Modell), setzten aber deutsche Software ein.
Was das wirklich zeigt
Der Halbmarathon ist mehr als Show. Er markiert den Übergang von experimentellen Prototypen zu zuverlässigen Maschinen. Hinter den Rekorden vollzieht sich eine stille Hardware-Revolution: Die Branche verabschiedet sich von hydraulischen Systemen und setzt auf effizientere Elektroantriebe. Der Tesla-Optimus-Antriebsstrang erreicht Wirkungsgrade von 75-80 Prozent.
Projektionen: Erreicht die Jahresproduktion die Millionengrenze, könnte der Stückpreis auf 20.000 bis 30.000 Euro fallen. Dann werden Humanoide auch für Gesundheitswesen, Einzelhandel und Haushaltshilfe rentabel.
China hat im März 2026 KI und Robotik in den neuen Fünf-Jahresplan als Zukunftssektor aufgenommen – mit entsprechenden Forschungsgeldern und Subventionen. 2025 stellte China über 80 Prozent der weltweit installierten rund 16.000 Humanoid-Einheiten.